ILMSImage Cell Creation

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Contents

50px| ILMSImage Cell Creation

Einleitung

ILMSImage Cell Creation ist ein Teil des ILMSImage-Plugins für QuantumGIS und in diesem für die Zellbildung anhand gewählter Eingangsdaten und weiterer optionaler Parameter verantwortlich.

Das Panel besteht aus zwei Bestandteilen. Im oberen Teil wird unter dem Titel ILMSImage Project Information das momentan bearbeitete Projekt kurz zusammengefasst. Den Rest des Panels nimmt die eigentliche Funktionalität, in diesem Fall die Ableitung statistisch homogener Bildbereiche, im Kontext von ILMSImage als Zellen bezeichnet, ein. Diese Zweiteilung in Projektinformation und Werkzeugbereich besteht auch in den weiteren Panels des ILMSImage-GUI-Plugins.

Das Zellbildungs-Panel des ILMSImage-Plugins für QuantumGIS

Informationsteil

Die im Informationsteil zusammengefassten Angaben enthalten den Projektnamen (1) und die innerhalb des Projekts verwendeten Datenquellen sowie deren – im ILMSImage-Setup-Panel vergebenen – Bezeichner (2).

Informationen zu einem ILMSImage-Projekt

Zellbildungsteil

Hintergrund

Die Ableitung statistisch homogener Bildbereiche ist ein Schlüsselprozess der objektbasierten Bildanalyse. Diese geht davon aus, dass das aufgrund der zunehmenden Datendichte immer komplexer werdende Datenmaterial moderner Fernerkundungssensoren durch Bezugnahme auf die in der herkömmlichen Bildanalyse im Vordergrund stehenden Bildpixel nicht mehr adäquat auswertbar ist. Als eine Alternative bietet die objektbasierte Bildanalyse die Schaffung neuer Bezugsflächen als Basis für die spätere Analyse an, ein Vorgang, der oft als Segmentierung, in Zusammenhang mit ILMSImage als Zellbildung bezeichnet wird. Dabei werden benachbarte Pixel auf der Grundlage statistischer Ähnlichkeitskriterien zu größeren, möglichst homogenen, Bereichen zusammengefasst, welche als Zellen bezeichnet werden. Dieser Prozess stellt nicht nur eine Komplexitätsreduktion der umfangreichen Eingangsdaten dar, sondern bietet auch eine neue Perspektive auf diese, in dem er der anschließenden Analyse neue, in der herkömmlichen Bildanalyse nur sporadisch genutzte, Eigenschaften zur Verfügung gestellt. Zu diesen Eigenschaften gehören zum Beispiel die Form einer Zelle oder deren räumlicher Kontext, der u.a. ihr Verhältnis zu benachbarten Zellen beinhaltet. Form- und Kontextmerkmale sind in der pixelbasierten Auswertung von Fernerkundungsdaten aufgrund der Uniformität der Bezugsfläche, des meist quadratischen Pixels, eher als nachrangige Eigenschaften aufzufassen.

Für den Prozess der Segmentierung, das heißt, um solche Art Bezugsflächen aus Bilddatenmaterial abzuleiten, hat die entsprechende Fachliteratur eine Reihe von Vorschlägen und Methoden unterbreitet. Einige davon werden in Haralick & Shapiro (1985), Pal & Pal (1993) und Freixenet et al. (2002) zusammengefasst. Zum ersten Verständnis von ILMSImage ist es ausreichend zu wissen, dass der in der Software implementierte Zellbildungsprozess auf einer Kombination der Methoden Region-Growing und Watershed-Analyse beruht, der mit dem Ziel entwickelt wurde, die dem Nutzer zur Anpassung zur Verfügung stehenden Freiheitsgrade zu minimieren. Zur genaueren Abstimmung des Verfahrens sind jedoch auch detailliertere Optionen vorhanden. Das Ergebnis des Zellbildungsprozesses mit ILMSImage stellt eine erste Abstraktion des ursprünglichen Bildinhalts dar, alle weiteren Analysen werden anhand dieses Zellbilds durchgeführt.

Übersicht

Im unteren Abschnitt des Panels findet sich das Werkzeug zur Zellbildung. Grundsätzlich kann der Nutzer hier dreierlei Einstellungen vornehmen:

  1. Aktivierung der Zellbildung: Der Hauptparameter zur Anpassung einer ILMSImage-Zellbildung wird als Modulation bezeichnet. Er legt fest, welche durchschnittliche Größe die resultierenden homogenen Bereiche nach der Prozessierung haben werden. Für eine Zellbildung mit ILMSImage wird allein dieser Parameter zwingend benötigt.
  2. Erweiterte Optionen: Diese sind standardmäßig ausgeschaltet, lassen sich jedoch aktivieren, um die Zellbildung ausführlicher anzupassen.
  3. Vektordatenexport: Nach Beendigung der Zellbildung ist es möglich, das Ergebnis in ein Shapefile zu exportieren und in der Kartenoberfläche zu visualisieren. Dieser Prozess lässt sich in einigen Aspekten modifizieren.

Einstellungen zur ILMSImage-Zellbildung

Aktivierung der Zellbildung

Durch Klicken auf das entsprechende Kontrollkästchen wird die Zellbildung aktiviert. Die einzige für diesen Teilprozess zwingend notwendige Angabe ist die Modulation. Dieser Begriff führt sich auf den in den Bilddaten vorhandenen Maximalkontrast zwischen zwei benachbarten Pixeln zurück (Schowengerdt, 2007). Der Parameter Modulation steuert die durchschnittliche Größe der entstehenden Zellen. Dabei ist folgender Zusammenhang zu beachten: mit zunehmender Modulation nimmt die durchschnittliche Größe der Zellen zu, ihre Anzahl entsprechend ab, mit abnehmender Modulation verringert sich die durchschnittliche Größe der Zellen, ihre Anzahl hingegen nimmt zu.

Der Wertebereich des Parameters liegt zwischen 0 und 1, wobei beachtet werden sollte, dass sich mit den Extremwerten unter keinen Umständen sinnvolle Ergebnisse erzielen lassen. Mit 0,07 ist ein Modulationswert voreingestellt, der sich als guter Ausgangspunkt für Zellbildungen für eine Kombination von räumlich höher aufgelösten panchromatischen Daten und räumlich geringer aufgelösten multispektralen Daten (wie sie auch im vorliegenden Beispiel verwendet wird) erwiesen hat. Von dieser Voreinstellung aus ist es dem Nutzer möglich, den Zellbildungsparameter so anzupassen, dass er der typischen Flächengröße, auf welche die Auswertung zielt, entspricht. Das Ergebnis einer neuen Zellbildung ist ein Rasterdatensatz, der die Pixelgröße des am höchsten aufgelösten Eingangsdatenkanals besitzt, im Projektverzeichnis zu finden ist und die Endung _index trägt. Da ILMSImage auf die entsprechende Datei für weitere Operationen exklusiven Zugriff benötigt, wird er nicht automatisch in die Kartenansicht geladen. Zur Visualisierung des Zellbildungsergebnis ist die Option des Vektordatenexports (siehe unten) besser geeignet.

Erweiterte Optionen

Mit den erweiterten Optionen lässt sich die Zellbildung spezifischer anpassen. Ihre Bearbeitung kann nur aktiviert werden, wenn auch die Zellbildung selbst eingeschaltet ist. Bei einer einfachen Zellbildung werden für diese Parameter Standardwerte verwendet, die auch in der Oberfläche angezeigt werden. Im Folgenden die einzelnen Parameter und ihre Bedeutung:

ILMSImage Parameter Bedeutung
Minimum Mapping Unit Der Wert dieses Parameters stellt die kleinste zulässige Zellgröße in Bildpixeln dar. Standardmäßig entspricht die kleinste Zellgröße 1 und damit der Pixelauflösung des am höchsten aufgelösten Eingangsdatenkanals. Bei großflächigen Analysen ist es unter Umständen sinnvoll, diesen Wert nach oben anzupassen, um die Bildung sehr kleiner Zellen zu vermeiden.
Layer Bias Dieser Parameter steuert die Gewichtung verschiedener Eingabekanäle. Er erlaubt es, einer Datenebene für die Zellbildung eine höhere Bedeutung beizumessen. Standardmäßig ist der Wert auf 1,0 gesetzt, damit sind alle Datenebenen gleich gewichtet. Durch Änderung dieses Werts kann der ersten der in der entsprechenden Liste vorhandenen Ebene ein anderes Gewicht zugeordnet werden.
Morphological Smoothing Die Ergebnisse der Zellbildung können auf Pixelebene geglättet werden, das heißt, die Zellgrenzen werden bereits vor der Erstellung einer Vektordatenrepräsentation in tendenziell etwas weichere Formen überführt. Standardmäßig ist diese Funktion ausgeschaltet, der Wert des Parameters entsprechend 0,0.
Tile Size ILMSImage verwendet ein Kachelkonzept, um große Datenebenen effizient verarbeiten zu können. Die Größe der verwendeten Kacheln kann mit diesem Parameter angepasst werden, die dabei verwendete Einheit sind dabei Bildpixel des am höchsten aufgelösten Eingangsdatenkanals. Bei kleinflächigen Projekten (bis zu 3000 Pixeln Seitenlänge) ist es unter Umständen effizienter, die Kachelung durch Angabe eines entsprechend höheren Wertes für diesen Parameter auszuschalten.
Tile Overlap Um größere Zellen auch über mehrere interne Kacheln hinweg bilden zu können, greift ILMSImage im Randbereich dieser auf eine Überlappung zurück. Die Größe des Überlappungsbereichs kann mit diesem Parameter eingestellt werden. Einheit sind wieder Bildpixel des am höchsten aufgelösten Eingangsdatenkanals.

Vektordatenexport

Es ist möglich, das Ergebnis der Zellbildung als Vektordatensatz, speziell als ein Shapefile, zu exportieren. Um diesen Export zu veranlassen, muss das entsprechende Kontrollkästchen im dritten Abschnitt des Zellbildungs-Panels aktiviert werden. Standardmäßig trägt die entstehende Datei den Namen des Projekts erweitert um _index.shp und werden die dazugehörigen Dateien in ein Unterverzeichnis des Projektworkspace mit dem Namen exports kopiert. Name und Speicherort lassen sich zusätzlich vom Nutzer anpassen. Es ist weiterhin möglich, die erstellten Polygone adaptiv zu glätten, was sich durch Aktivierung des Kontrollkästchens Smooth arcs with grade einschalten lässt. Der Grad der Glättung lässt sich in der nebenstehenden Auswahlbox festlegen (Wertebereich von 1 bis 7), dabei werden die Polygone mit zunehmendem Grad stärker geglättet.

Durchführung der Zellbildung

Mit einem Klick auf Create and/or visualize cells werden die gewählten Operationen durchgeführt. Je nach Größe des Untersuchungsgebiets und der selektierten Parameter kann dies einige Minuten dauern. Die Beendigung der Prozesse wird durch Informationsboxen angezeigt.

Dialoge zur Information über Beendigung der Zellbildung

Wurde der Vektordatenexport aktiviert, so erfolgt das Laden der entsprechenden Datensätze nach Bestätigung der Beendigungsnachrichten automatisch. Der Zellindex ist nun in Vektorform zu betrachten und kann mittels einer weiteren Zellbildung durch Parameteränderung angepasst oder für die folgenden Analyseprozesse übernommen werden. Es ist zu beachten, dass i.d.R. immer nur ein Zellbildungsergebnis in Rasterform vorliegt, das heißt, zur Wiederherstellung eines vorherigen Zellindex muss dieser erneut mit den identischen Parametern erstellt werden, eine Funktion, die selbstständig zu einem vorherigen Ergebnis zurückkehrt, existiert nicht. Für exportierte Vektordaten trifft diese Einschränkung nicht zu, so fern beim Export unterschiedliche Dateinamen angegeben wurden.

800px|Zellindex als Vektordatenlayer über Originaldaten

Weiteres Vorgehen

Nach der Zellbildung setzt sich eine typische ILMSImage-Prozesskette mit der Ableitung und Berechnung von Zellattributen mittels des Panels ILMSImage Attribute Calculation fort.

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